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Dein inneres Team

Warum wir uns selbst oft am strengsten beurteilen und wie mehr Selbstmitgefühl entstehen kann

Kennst du sie, diese innere Stimme, die ständig bewertet, kritisiert oder an dir zweifeln lässt? Vielleicht kennst du auch das Gefühl, ständig zu streng mit dir selbst zu sein und alles perfekt oder ohne Fehler machen zu wollen.

Vielleicht sagt sie:

„Das hättest du besser machen können.“

„Du bist nicht gut genug.“

„Andere schaffen das doch auch.“

„Ich will mich nicht so fühlen wie jetzt, ich will, dass das weggeht.“

Viele Menschen glauben, dass diese Stimme ihr größter Gegner ist. Doch was wäre, wenn dies gar nicht der Fall wäre, wenn sie in Wirklichkeit versucht, uns zu schützen?

Jede Stimme, jeder innere Anteil hat eine Aufgabe

Oft steckt hinter der Stimme ein Teil in uns, der uns vor Fehlern, Enttäuschungen oder Ablehnung schützen möchte. Er glaubt, dass wir nur dann sicher sind, wenn wir alles richtig machen, niemanden enttäuschen und möglichst perfekt funktionieren.

Das kann dazu führen, dass wir den Blick für das verlieren, was uns eigentlich guttut. Wir werden immer strenger mit uns selbst, während wir mit anderen oft viel verständnisvoller umgehen.

Innere Stimmen werden selten laut, weil sie uns ärgern wollen. Sie werden laut, weil wir lange nicht hingehört haben. Hinter jeder Stimme steckt ein guter Grund. Sie erfüllt eine Funktion, verfolgt eine Absicht und möchte uns mit einem Gefühl auf etwas aufmerksam machen.

Warum unsere inneren Stimmen entstehen

Unsere inneren Anteile und inneren Stimmen entstehen nicht zufällig. Sie haben sich in einer Lebensphase entwickelt, in der sie wichtig und hilfreich waren. Sie haben eine Aufgabe übernommen, die einmal sinnvoll und notwendig war.

Sie haben uns unterstützt

  • schwierige Situationen zu bewältigen,
  • uns anzupassen,
  • stark zu sein,
  • oder uns vor Verletzungen zu schützen.

Dafür dürfen wir ihnen mit Wertschätzung begegnen.

Heute sind manche dieser Strategien vielleicht nicht mehr hilfreich, doch das macht sie nicht falsch. Es bedeutet lediglich, dass wir, anstatt gegen sie zu kämpfen, beginnen dürfen, sie zu verstehen und neue Wege zu entwickeln.

Gefühle und innere Stimmen zu unterdrücken macht sie nicht kleiner

Viele Menschen versuchen, unangenehme Gedanken oder Gefühle einfach wegzudrücken.

Kurzfristig scheint das manchmal zu funktionieren. Doch alles, was in uns gesehen und gehört werden möchte, meldet sich häufig später wieder – oft sogar deutlicher und intensiver als zuvor.

Unsere Gefühle und inneren Stimmen möchten uns auf etwas aufmerksam machen. Hinter jedem inneren Anteil steckt eine Funktion, eine Absicht und ein Bedürfnis.

Mit Selbstmitgefühl statt Selbstkritik

Vielleicht kennst du das: Einer guten Freundin würdest du nach einem Fehler Mut zusprechen und ihr mit Verständnis begegnen. Dir selbst hingegen machst du Vorwürfe und zweifelst an dir.

Doch was wäre, wenn diese innere Stimme nicht dein Feind ist? Was wäre, wenn sie einfach nur versucht, dich auf ihre Weise zu schützen?

Der erste Schritt besteht deshalb darin, diese Stimme wahrzunehmen, sie besser verstehen zu lernen und neugierig zu werden und nicht, sie zum Schweigen zu bringen. Denn sie ist ein wichtiger Teil von dir.

Je besser wir verstehen, was in uns passiert, desto liebevoller können wir mit uns selbst umgehen.

Und manchmal beginnt Veränderung genau in dem Moment, in dem wir aufhören zu kämpfen und beginnen hinzuhören, wahrzunehmen und das, was gerade da ist, da sein zu lassen.

Nicht durch Druck. Sondern durch Verständnis,Selbst-Mitgefühl und einen liebevollen Blick auf uns selbst.

In meiner Praxis für psychosoziale Beratung in Graz begleite ich Menschen dabei, ihr Inneres Team kennenzulernen, innere Anteile besser zu verstehen und einen liebevolleren Umgang mit sich selbst zu entwickeln. Gemeinsam schaffen wir einen geschützten Raum, in dem Veränderung Schritt für Schritt möglich werden darf.

Impuls zum Mitnehmen

„Wie sprichst du heute mit dir selbst?“

Vielleicht nimmst du dir heute einen Moment Zeit und beobachtest deine innere Stimme. Nicht, um sie zu bewerten, sondern um sie kennenzulernen.

Denn Verständnis ist oft der erste Schritt zu mehr Selbstmitgefühl.

Alles Liebe,

Carina

Echt. Klar. Menschlich. Und mit Herz.